Preisgekrönte Präventionsprojekte: „Rote Ritter“ schützen Kinder vor Verkehrsunfällen

Stolz präsentieren die Preisträger des „Roten Ritters 2016“ ihre Auszeichnungen im Bundesverkehrsministerium in Berlin – gemeinsam mit Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Bernd Melcher, Vorstand des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V.

3. Januar 2017

Noch ist die Vision Zero vom Straßenverkehr ohne Tote und Schwerverletzte ein Wunschtraum. Die traurige Realität: Von den über 28.000 Unfallopfern unter 15 Jahren erlitten im vergangenen Jahr 4.253 schwere Verletzungen, 84 Kinder starben. „Dennoch trägt die kontinuierliche Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland Früchte, denn die Unfallzahlen sind seit Jahren rückläufig. Noch in den 1990er-Jahren verunglückten im Straßenverkehr jährlich fast doppelt so viele Kinder wie heute“, so Adalbert Wandt, Vorsitzender der „Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V.“. „Um die Unfallzahlen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen weiter zu senken, fördern wir seit 2010 vorbildliche Verkehrssicherheitsprojekte in ganz Deutschland und zeichnen sie mit dem ‚Roten Ritter‘ aus.“ Und das mit Anerkennung von höchster Stelle: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Schirmherrschaft für den Präventionspreis übernommen. Bei der Preisverleihung am 15. Dezember im Erich-Klausener-Saal des Bundesverkehrsministeriums in Berlin war Staatssekretärin Dorothee Bär sichtlich beeindruckt von der umfassenden Verkehrssicherheitsarbeit der Preisträger. Die zweifache Mutter bedankte sich bei all den vielen Menschen, die sich überall in Deutschland mit Herzblut dafür einsetzen, die Zahl der Kinderunfälle zu verringern.

 

Insgesamt 25.000 Euro zahlt die Aktion Kinder-Unfallhilfe an die Gewinner, damit diese ihre wichtige Arbeit fortsetzen können. Erstmals gibt der Verein außerdem für drei ausgewählte Projekte kurze Filme in Auftrag, um deren Verkehrssicherheitsarbeit in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Übrigens geht kein Bewerber leer aus: Alle Einsender, die keinen Preis bekommen haben, erhalten von der Kinder-Unfallhilfe Sicherheitsartikel wie Fahrradhelme, reflektierende Sicherheitskragen oder Trostteddys, die sie in ihrer Region an Kinder verteilen können.

 

Preisträger spiegeln die unterschiedlichen Facetten der Präventionsarbeit

Fünf Hauptpreisträger hat die Jury aus dem Umfeld des Verkehrsgewerbes für den „Roten Ritter 2016“ aus den insgesamt 80 Bewerbungen ausgewählt und belohnt ihre vorbildliche Verkehrssicherheitsarbeit mit jeweils 3000 Euro Preisgeld.

Kinderneurologie-Hilfe Münster: Fahrradhelme verhindern Hirnverletzungen

Jedes Jahr erleiden in Deutschland über 70.000 Kinder unter 15 Jahren ein Schädel-Hirn-Trauma, jede Dritte dieser Verletzungen führt zu einer dauerhaft schweren Behinderung – etwa zu Sprach- und Konzentrationsstörungen, verändertem Sozialverhalten, epileptischen Anfällen oder Lähmungen. Um die Lebensqualität der kleinen Patienten zu verbessern, kümmert sich der Verein Kinderneurologie-Hilfe Münster seit mehr als 30 Jahren um diese Kinder und ihre Familien. Und noch mehr: Das hochqualifizierte Team will helfen, Hirnverletzungen zu vermeiden und hat deshalb 2005 gemeinsam mit anderen Institutionen den PräventionsTisch Münster gegründet. Heute gehören Verkehrssicherheitstage in Kindergärten und Schulen, Aktionstage in Stadtteilen sowie Informationsabende für Erzieher und Eltern zum regelmäßigen Präventionsprogramm des Vereins. Eine zentrale Botschaft: Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen vermeiden. Der vom PräventionsTisch und der Firma ABUS für Helmmuffel erdachte Münsterhelm hat sich mittlerweile zum einem bundesweiten Stadthelmprojekt entwickelt und wurde bereits in über 100 Städten verwirklicht – gute Ideen setzen sich durch. Die erfolgreiche Präventionsarbeit der Kinderneurologie-Hilfe Münster wird mit dem „Roten Ritter 2016“ und einem Preisgeld von 3.000 Euro ausgezeichnet.

 

Gartenstadtschule Neumünster: Verkehrssicherheit in der Grundschulzeit trainieren

„An unserer Schule wollen wir so miteinander lernen und leben, dass wir uns alle wohl fühlen“ heißt der Leitgedanke an der Gartenstadtschule in Neumünster. Das ist nicht selbstverständlich. Denn viele Kinder müssen in der Schule erst einmal lernen, gemeinsam zu üben, sich auszutauschen und über ihre Erfahrungen zu sprechen. Damit die Kinder in der Grundschulzeit alle erforderlichen Fähigkeiten für die selbständige und vor allem unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr erlernen, ist ein intensives und beständiges Verkehrs- und Sicherheitstraining in allen Klassenstufen deshalb unumgänglich. Der Verkehrsunterricht an der Gartenstadtschule orientiert sich am jeweiligen Entwicklungstand der Kinder und beinhaltet neben Schulweg- und Sichtbarkeitstrainings zum Beispiel auch Frühfahrradkurse, Geschicklichkeitsübungen und Tipps für die verkehrssichere Ausrüstung des Fahrrads. Das umfassende Konzept für die jüngsten Verkehrsteilnehmer ist preiswürdig für den „Roten Ritter 2016“. Mit dem Preisgeld von 3.000 Euro will die Schule unter anderem eine neue Schuppenherberge für ihre 20 Trainings-Fahrräder bauen.

 

KinderLEBEN -  multimodale Kieler Kampagne mit Maskottchen Delfie

Um die Kinder einer Stadt wie Kiel im Straßenverkehr wirksam zu schützen, müssen viele Hebel in Bewegung gesetzt werden. Im Masterkurs „Prävention und Gesundheitsförderung“ des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Kiel haben die Studenten unter dem Titel „KinderLEBEN“ eine Kampagne entwickelt, die Kinder, Eltern und Erzieher, aber auch die breite Öffentlichkeit für das Thema Kindersicherheit im Straßenverkehr sensibilisieren und mobilisieren soll. Das geplante Präventionsprogramm fängt an bei Projektwochen in Grundschulen und geht über Familien-Verkehrstage bis hin zu Anzeigen-Aktionen und der Einbindung regionaler Medien. Ein ortsbezogenes Maskottchen soll die Aufmerksamkeit auf die Kampagne lenken. In Anlehnung an die Delfine, die jüngster Zeit immer wieder Anwohner und Besucher in der Kieler Förde faszinieren, soll der sympathische Delfie mit Slogans wie „Delfie will’s sicher“ auf Plakaten und Autoaufklebern möglichst viele Kieler auf die Risiken im Straßenverkehr aufmerksam machen. Die Jury zeichnet das umfassende Kieler Konzept mit dem „Roten Ritter 2016“ aus. Das Preisgeld von 3.000 Euro soll den Initiatoren dabei helfen, ihre Idee in die Tat umzusetzen.

 

Stadtschule Rotenburg: Rauf aufs Bike

Viele Grundschulkinder beherrschen ihr Fahrrad nicht richtig, können sich nur schwer auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren und sind den Anstrengungen einer längeren Fahrradtour körperlich nicht gewachsen – so die Erfahrungen der Lehrer in der Stadtschule Rotenburg. Sie entschieden sich, hier gegenzusteuern, denn beim späteren Übergang auf weiterführende Schulen müssen viele Jugendliche quer durch die Stadt fahren und dann fit für den Schulweg sein. 2015 stellte die Stadtschule Rotenburg (Wümme) deshalb ihre Verkehrsübungseinheiten des Sachunterrichts auf aktive Trainingseinheiten um. Dank der Unterstützung von Sponsoren können die Mädchen und Jungen jetzt auf neu angeschafften Schulfahrrädern Fitness, Wahrnehmung und Motorik trainieren: Lenken, Fahren in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, Bremsen, Ausbalancieren. Außerdem beschäftigen sie sich mit den verschiedenen Fahrradteilen, üben Reparaturen und die richtige Einstellung von Bremse oder Gangschaltung. Das Fahrradprojekt „Rauf aufs Bike“ zeichnet die Jury mit dem „Roten Ritter 2016“ und einem Preisgeld von 3.000 Euro aus.

 

Edgar Eden, Nordhorn: Erfolgreicher Netzwerker in Sachen Verkehrssicherheit

Zum zweiten Mal in der Geschichte des Präventionspreises zeichnet die Jury eine besonders engagierte Einzelperson mit dem „Roten Ritter“ aus. Edgar Eden ist Verkehrssicherheitsberater bei der Polizei Nordhorn und einer der Menschen, für die der Beruf auch eine Herzensangelegenheit ist. Drei Projekte hat der Polizist für den „Roten Ritter 2016“ eingereicht, aber es hätten gut und gerne auch 30 sein können. Denn Eden ist in seiner Region immer zur Stelle, wenn es um Präventionsarbeit geht. Er verteilt mit Schülern Zitronen an Temposünder in Tempo-30-Zonen, bringt gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern Flüchtlingen Verkehrsregeln und Fahrradfahren bei oder qualifiziert Erzieherinnen und Erziehern für die Verkehrserziehung in Kindertagesstätten. Edgar Eden ist ein Teamplayer, der sich für den guten Zweck mit Schulen, Ämtern oder Verkehrswachten vernetzt – Verkehrssicherheit braucht viele helfende Hände. Das große Engagement von Edgar Eden belohnt die Kinder-Unfallhilfe mit dem „Roten Ritter 2016“ und einem Preisgeld von 3.000 Euro für seine Präventionsarbeit.

 

Verkehrserziehung gehört auf den Lehrplan

Deutsch, Mathe, Sport - bereits in der Grundschule müssen Kinder viel lernen. Ein wichtiges Fach wird aber leider oft vernachlässigt: Die Verkehrserziehung. Der Verein Aktion Kinder-Unfallhilfe zeichnet deshalb drei Projekte zur Mobilitäts- und Verkehrserziehung an Schulen mit dem „Roten Ritter 2016“ und einem Preisgeld von jeweils 1.000 Euro aus.

·         Schleswig-Holstein: Schulwettbewerb „Wir sind dabei“

Mit dem Schulwettbewerb „Wir sind dabei“ wollen der ADAC, die Polizei, die Unfallkasse Nord und das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein die Unfallzahlen bei Grundschülern nachhaltig senken. Während der Grundschulzeit können die Klassen eine Vielzahl von Präventions-Veranstaltungen kostenlos anfordern und den Kindern anbieten, etwa Fahrradturniere, das Programm „Achtung Auto“ oder Übungen zum Frühradfahren. Bereits im ersten Jahr haben sich 76 Klassen mit über 1.000 Schülern für den Wettbewerb angemeldet.

·         Landkreis Barnim: Mit Rücksicht für mehr Sicherheit

Als die Unfallzahlen im Landkreis Barnim in die Höhe gingen, rief die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises gemeinsam mit dem Netzwerk Verkehrssicherheit Brandenburg, der Kreisverkehrswacht Barnim und dem Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation (Bueffee) aus Wuppertal im vergangenen Jahr die Initiative „Mehr Rücksicht für mehr Sicherheit“ ins Leben. Ziel ist es, Gefahrenstellen im Straßenverkehr aufzuzeigen und zu reduzieren, Eltern und Kinder im Landkreis für sichere Schulwege zu sensibilisieren und rücksichtsvolles und achtsames Handeln im Verkehr zu erreichen.

·         Hamburger Polizeiverkehrslehrer: Von Verkehrsfüchsen und Wettbewerben

Dauerthema Verkehrssicherheit: Bereits seit 1969 bieten die Hamburger Polizeiverkehrslehrer in den Schulferien Wochenkurse für Kinder im Vorschulalter an, in denen sie mit dem Erwerb eines Verkehrsfuchs-Passes auf ihren künftigen Schulweg vorbereitet werden. Auch die Eltern müssen ran und lernen bei Vorträgen wie „Wahrnehmung aus Kinderaugen“, wie sie ihre Kinder im Straßenverkehr unterstützen können. Seit drei Jahren gibt es zusätzlich ein Fahrradprojekt in den Herbstferien, bei dem Kindern ihre motorischen Defizite beim Radfahren abbauen können. Und damit noch nicht genug: Seit 50 Jahren veranstalten die Polizeiverkehrslehrer obendrein einen Plakat- und Liederwettbewerb, bei dem sie die Kinder künstlerisch an die Gefahren des Straßenverkehrs heranführen. Die vorbildliche und umfassende Arbeit der Hamburger Polizeiverkehrslehrer dokumentiert ein kurzer Film, den die Kinder-Unfallhilfe für die Preisträger in Auftrag gegeben hat.

 

Alles ist neu und fremd: Flüchtlingskinder brauchen Hilfe im Straßenverkehr

Viele Flüchtlingskinder fühlen sich in ihrer neuen Umgebung unsicher, sie haben Schwierigkeiten beim Radfahren, sind nicht vertraut mit den Verkehrsregeln und wissen nicht, wie sie sich in öffentlichen Verkehrsmitteln richtig verhalten sollen. Um sie vor Unfällen zu schützen, kümmern sich zahlreiche Institutionen in Deutschland um die Verkehrserziehung von Flüchtlingskindern. Drei dieser Projekte zeichnet die Kinder-Unfallhilfe mit dem „Roten Ritter 2016“ und einem Preisgeld von jeweils 1.000 Euro aus:

·         Die Johanniter, Lübeck: „Mobilität in meiner neuen Stadt“.

In der Hansestadt hat das Hilfswerk in Kooperation mit dem Verein Initiative Mehrsprachigkeit und der Polizei das Projekt „Mobilität in meiner neuen Stadt. Ein Schritt mehr Sicherheit!“ ins Leben gerufen. In insgesamt 24 Unterrichtseinheiten erlernen jugendliche Flüchtlinge beispielsweise selbstständiges Busfahren, Verkehrsregeln oder Erste Hilfe-Maßnahmen.

·         Dortmund: Verkehrssicherheitstrainings für junge Flüchtlinge

Mobilität ist ebenso wie die Sprache ein wichtiger Baustein der Integration, sagen der ADFC-Dortmund und der „Runde Tisch zur Prävention von Kinderunfällen“ in der westfälischen Großstadt und gründen ein Projekt, das in Schulen, Flüchtlingsunterkünften und Einrichtungen der unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge Schulungen zur Verkehrssicherheit anbieten.

·         Realschule Schloß Holte-Stukenbrock: Fahrradtrainings für junge Flüchtlinge Zusammen üben, Sicherheit gewinnen, Kontakte knüpfen: Im Rahmen der Projekttage „SHS ist bunt“ startete die Realschule Schloß Holte-Stukenbrock in Zusammenarbeit mit der Flüchtlingssozialberatung und der Polizei Fahrradtrainings für jugendliche Flüchtlinge. Das umfassende Training auf einem Übungsparcours und in der Stadt soll ihnen helfen, sicherer Fahrrad zu fahren und damit auch mobiler zu werden – ein wichtiger Aspekt für die Integration in einer Region, in der der öffentliche Personennahverkehr nicht besonders gut ausgebaut ist. Ein Film der Aktion Kinder-Unfallhilfe soll dieses Schulprojekt über die Grenzen der Stadt im Kreis Gütersloh hinaus bekannt machen.

 

Übung macht den Meister: Sicher auf dem Weg zum Kindergarten und zur Schule

Wo halte ich an, wenn ich eine Straße überqueren will? Darf ich auch auf dem Radweg laufen? Und worauf muss ich beim Zebrastreifen Acht geben? Mit dem Eintritt in den Kindergarten und der späteren Einschulung erweitert sich der Bewegungsradius der meisten Kinder – sie werden selbständiger. Höchste Zeit, dass sie die Risiken im Straßenverkehr kennen und entsprechend reagieren können. Die Aktion Kinder-Unfallhilfe zeichnet deshalb vier Schulwegprojekte mit dem „Roten Ritter 2016“ und  jeweils 1.000 Euro Preisgeld aus.

·         Stuttgart: 10 Jahre Kinderfußgängerschein

Damit die Kinder sich selbständig und ohne Angst durch den Straßenverkehr bewegen können, haben der Förderverein Kinderfreundliches Stuttgart e.V., die Polizei und das Staatliche Schulamt 2006 den „Kinderfußgängerschein“ für alle Stuttgarter Erstklässler eingeführt. Seitdem haben mehr als 35.000 Kinder von 78 Stuttgarter Grundschulen an der Verkehrserziehung teilgenommen.

·         Kita „Traute Gote“, Wedel: Den Schulweg aktiv erkunden

Wenn die Vorschulzeit in der AWO Kindertagesstätte "Traute Gothe" zu Ende geht, sind die Kinder im schleswig-holsteinischen Wedel perfekt auf ihren Schulweg vorbereitet. Sie kennen Verkehrsschilder und -regeln und haben die Schulwege aller Kinder aktiv erkundet – von der jeweiligen Haustür bis zur künftigen Grundschule. Das minimiert nicht nur die Unfallrisiken, sondern auch eine mögliche Furcht vor der Einschulung, da die Kinder vorher vertraut mit den neuen Räumlichkeiten sind und auch schon Bekanntschaft mit der Direktorin und dem Hausmeister gemacht haben.

 

 

·         Verkehrsclub Deutschland: „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“

Bei den jährlichen Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ sind Kinder und Jugendliche aufgerufen, zu Fuß zur Schule oder zur Kita zu laufen. Das trainiert die Verkehrssicherheit, bringt Schwung in den Morgen und schont nebenbei auch die Umwelt. 2016 feiert das Gemeinschaftsprojekt des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) 10-jähriges Jubiläum – jedes Jahr machen mehrere zehntausend Kinder mit ihren Schulen bei der Aktion mit.

·         Langenfeld: Elternhaltestelle entschärft Gefahrenbereich vor der Schule

Frühmorgens und um die Mittagszeit herrscht vor Schulen oft reger Verkehr: Eltern bringen ihre Kinder zum Unterricht und holen sie später wieder ab. Durch regelwidriges Anhalten oder riskante Wendemanöver ist die Sicherheit anderer Schulkinder oft massiv gefährdet. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat die Gemeinschaftsgrundschule am Götscher Weg in Langenfeld zusammen mit der benachbarten Kindertagesstätte eine "Elternhaltestelle" eröffnet. In einer speziell ausgewiesenen Hol- und Bringzone können Schüler nun gefahrlos ein- und aussteigen. Wie es gelungen ist, den Gefahrenbereich vor der Schule zu entschärfen, zeigt ein Film, den die Aktion Kinder-Unfallhilfe über das Projekt gedreht hat.

 

 

Erläuternde Informationen

 

Die Jury des „Roten Ritters“

Die unabhängige Jury setzt sich aus den Mitgliedern des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe zusammen:

o   Adalbert Wandt, Präsident des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Frankfurt, und Vorsitzender des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe

o   Oliver Detje, Verlagsleiter Logistik & Transport bei der DVV Media Group GmbH, Hamburg

o   Katrin Geißler-Schmidt, Verlagsleiterin Fachmedien, Verlag Heinrich Vogel, München

o   Herbert Hake, Vorstand der SVG Westfalen-Lippe eG, Münster

o   Claus-O. Herzig, Geschäftsführer der Oscar Herzig GmbH, Fulda, und Vorstand des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe

o   Rita Jakli, Leiterin der Konzern-Kommunikation, R+V Versicherung, Wiesbaden

o   Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), Bonn

o   Sabine Kudzielka, Hauptgeschäftsführerin der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr), Hamburg

o   Bernd Melcher, Vorstand der KRAVAG-SACH VVaG, Hamburg, und Vorstand des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe

 

Der Verein „Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V.“

Der 1998 von Unternehmen und Verbänden des Verkehrsgewerbes gegründete Verein „Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V.“ hat zwei wichtige Aufgaben: Die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen nach einem Verkehrsunfall und die Förderung von Maßnahmen zur Unfallverhütung. Der Präventionspreis „Der Rote Ritter“ wird alle zwei Jahre ausgeschrieben und dieses Jahr zum vierten Mal verliehen.

 

Weitere Infos im Internet

Alle Informationen zum Verein „Aktion Kinder-Unfallhilfe“ und zum Präventionspreis „Der Rote Ritter“ sind im Internet veröffentlicht unter www.kinderunfallhilfe.de

n über 28.000 Unfallopfern unter 15 Jahren erlitten im vergangenen Jahr 4.253 schwere Verletzungen, 84 Kinder starben. „Dennoch trägt die kontinuierliche Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland Früchte, denn die Unfallzahlen sind seit Jahren rückläufig. Noch in den 1990er-Jahren verunglückten im Straßenverkehr jährlich fast doppelt so viele Kinder wie heute“, so Adalbert Wandt, Vorsitzender der „Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V.“. „Um die Unfallzahlen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen weiter zu senken, fördern wir seit 2010 vorbildliche Verkehrssicherheitsprojekte in ganz Deutschland und zeichnen sie mit dem ‚Roten Ritter‘ aus.“ Und das mit Anerkennung von höchster Stelle: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Schirmherrschaft für den Präventionspreis übernommen. Bei der Preisverleihung am 15. Dezember im Erich-Klausener-Saal des Bundesverkehrsministeriums in Berlin war Staatssekretärin Dorothee Bär sichtlich beeindruckt von der umfassenden Verkehrssicherheitsarbeit der Preisträger. Die zweifache Mutter bedankte sich bei all den vielen Menschen, die sich überall in Deutschland mit Herzblut dafür einsetzen, die Zahl der Kinderunfälle zu verringern.

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